MAHASANA
Bei dieser außerordentlich lohnenswerten Haltung handelt es sich um eines der einfachsten Mahasanas für Anfänger, auch wenn es Jahre dauert, bis man die versteckten Feinheiten entdeckt.
Mahasana (wörtl. „große Haltung“, Anm. d. Red.) = archetypische Haltung.

Die Praxis : Die Hände werden hinter dem Becken auf den Boden aufgesetzt.
Daumen und Zeigefinger bilden einen Winkel von 180 Grad zueinander. Der Abstand zwischen den Händen und dem Gesäß ist von der individuellen Gestalt abhängig und lässt sich nicht vereinheitlichen. Idealerweise werden die Hände zusammengeführt, allerdings ist dies bei sehr breiten Schultern oder bei kurzen oder beeinträchtigten Armen nicht immer sinnvoll.
In jedem Fall sollte man sorgfältig darauf achten, dass der Druck gleichmäßig auf die Fingerhügel verteilt ist, und darauf Acht geben, dass sich der Hügel des kleinen Fingers nicht hebt.
Beide Beine liegen auf dem Boden auf . Die Bauchgegend gleitet nach vorne. Das Zwerchfell hebt sich, genau wie die untersten Rippen, die vom Verdauungstrakt wegstreben. Der Brustkorb ist geweitet, die Schulterblätter gleiten dank dieser Öffnung auseinander. Die Schultern bleiben unten.
Die 90-Grad-Fingerflexion auf dem Handrücken stimuliert die Marna = energetischen Punkt, der die hintere Region tief freigibt. Die Schwierigkeiten mit dieser Handposition sind fast immer mit einem Übermaß an salzlastige Nahrung verbunden .
Vorsicht: Nicht in der Lendenregion einknicken. Die Kontraktion im Bauch hält sie hinten, denn die unteren Rippen müssen sich öffnen, allerdings soll sich der untere Rücken nicht krümmen. Das Finden der Kopfposition verlangt eine hohe Sensibilität, um selbst die geringste Reaktion im Hals aufzuspüren und zu gestatten, dass man die Bewegung stoppt, ohne Spannung zu erzeugen. Wenn die gekippte Position des Kopfes nebensächlich ist, profitieren diejenigen, die ihn bis zu den Schulterblättern führen können und das Freiwerden des Nackens bis in den oberen Rücken hinein spüren können, nichtsdestotrotz von einer beträchtlichen Anhebung der Energie. Achtung: Nicht in ein Strecken durch Muskelanstrengung oder ein forciertes Öffnen zurückfallen, denn all diese Mechanismen bewirken nichts, als die Freisetzung von Empfindsamkeit zu verhindern. Es ist die gesteigerte Empfindsamkeit des Brustraums und der Körpervorderseite, die – voller Liebe und willens, dem Raum zu begegnen – die Einnahme des Asana herstellen wird.